Von Autos an den Rand gedrängt?
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Geschrieben von: Stefan Schwan   

Die widerrechtliche Benutzung von Gehwegen bzw. das Fahren auf Radwegen in falscher Richtung gehört schon seit Jahren zu den Hauptradfahrunfallursachen im Kreis Paderborn. Und da will CDU-Altvizebürgermeister Vögele am liebsten noch mehr Fußwege für den Radverkehr freigeben?

Während noch vor 40 Jahren die meisten Autofahrer sich vom Anlegen des Sicherheitsgurtes keinen großen Sicher-heitsgewinn versprachen, hat sich doch inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass solch ein Sicherheitsgurt im Auto durchaus sinnvoll sein kann. Seinerzeit glaubte man auch, dass Radwege den Fahrradfahrer grundsätzlich schützen und dass es auf gemeinsam genutzten Fußwegen weniger Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern gibt. Zum Glück setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass es oftmals besser ist, wenn Radfahrer im Straßenraum von Autofahrern gut wahrgenommen werden statt aus ihrem Sichtfeld verbannt und an den Rand gedrängt zu werden. Auch hat sich gezeigt, dass die Konflikte mit den schwächsten Verkehrsteilnehmern, den Fußgängern nämlich, erheblich zugenommen haben. Der Gesetzgeber hat deshalb im vergangenen Jahr gehandelt und die Straßenverkehrsordnung sowie die dazugehörigen Regelwerke für den Radverkehr umfangreich angepasst. Wenn sich Herr Vögele etwas mit der Thematik Radverkehr auseinandergesetzt hätte, wüsste er das. Er wüsste auch, dass die Freigabe von Fußwegen für den Radverkehr nun ebenso Ausnahmetatbestände sind wie die Benutzungspflicht für Radwege. Auch Radwege im Zweirichtungsverkehr sind seitdem nur noch im Ausnahmefall statthaft.  Die Grü-nen im Rat der Stadt hatten bereits vor gut einen Jahr die Überprüfung der Radwegbeschilderung in Paderborn und Anpassung an die neuen gesetzlichen  Gegebenheiten angemahnt. Die CDU-Parteikollegen von Herrn Vögele im Rat hatten das seinerzeit für überflüssig gehalten und sich lieber einen Rüffel aus Detmold eingehandelt. Nun macht Herr Vögele durch ein geradezu peinliches Schreiben an die Bezirksregierung noch einmal mehr deutlich, dass Paderborn in Punkto Radverkehr arg hinterherhinkt. Denn auch wenn sich die Situation für Radfahrer in Paderborn in letzter Zeit schon etwas gebessert hat und die Zahl der Radfahrunfälle seit zwei Jahren sogar rückläufig ist, steht Paderborn immer noch am unteren Ende der Radunfallstatistik. Daran ändern für Radfahrer freigegebene Fußwege gar nichts, Herr Vögele. Allerdings tragen Vorstöße wie der Ihre zur weiteren Verunsicherung und Marginalisierung von Radfahrern bei.

 

Leserbrief zu: "Von Autos an den Rand gedrängt?" von Exvizebürgermeister Vögele in der Neuen Westfälischen

 

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