Verbraucher stochern weiter im Abgasnebel
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Geschrieben von: Stefan Schwan   
Bei Kühlschränken kennen wir sie schon lange, die roten, gelben und grünen Streifen, die uns darüber Auskunft geben, wie umweltfreundlich unsere Küchengeräte sind. Bei Autos ist das alles anders. Verbraucher erhalten durch die Streifen auf den haushaltsgeräten nicht nur eine schnelle Orientierung zur Umweltfreundlichkeit sondern vor allem auch zum Energieverbrauch und damit zu den Folgekosten. So kann sich ein in der Anschaffung zwar teurerer Kühlschrank schnell im Unterhalt rechnen. Lange schon wollte die große Koalition eine solche einfache Kennzeichnung auch für Autos einführen. Jetzt wurde das Vorhaben aber erst einmal wieder vom Wirtschaftsminister gekippt. Dabei würden die meisten Verbraucher sich durchaus eine solche einfache Bewertungsskala wünschen, die schnell Auskunft über Schadstoffausstoß und Benzinverbrauch gibt und letztendlich jedem Verbraucher ein Stück selber die Entscheidung überlässt, wie viel er für Umwelt und Geldbeutel tun will. Stattdessen stochern Bürgerinnen und Bürger jetzt erst einmal weiter im Abgasnebel.

Aus vermeintlicher Rücksicht auf die großen Autobauer macht die Koalition da weiter wo sie mit der Abwrackprämie aufgehört hat, nämlich bei der Ausbremsung des dringend nötigen Umbaus in der deutschen Autoindustrie. Nicht der Wandel in dieser wichtigen deutschen Schlüsselindustrie wird gefördert, sondern das Festhalten an in absehbarer Zeit überholten Technologien. Dabei ist es schon fast eine Binsenweisheit, dass wirtschaftliches Wachstum gerade von der Einführung neuer, effizienterer Technologien ausgeht. Statt die Krise für den Umbau zu nutzen, werden  im Rahmen des Konjunkturprogramms z.B. gerade einmal 500 Millionen Euro für E-Mobilität bereitgestellt, Peanuts im Vergleich zu den Milliarden für die Abwrackrämie.

Andere Länder machen gerade vor, dass sich strenge Ökovorgaben durchaus mit dem Umbau der Autoindustrie und sogar mit Abwrackprämien vertragen können. So ist in den USA nicht nur die Abwrackprämie an ökologische Vorgaben gebunden, auch die Fördermittel für Elektromobilität sind um ein vielfaches höher. In Japan rüstet man gleich ganze Großstädte auf E-Mobile um. In Frankreich diskutiert man heftig über eine CO2-Steuer für Kraftstoff. In Deutschland heißt es dagegen: Weiter so, bis uns Japaner, Franzosen und wohlmöglich Amerikaner in Sachen Sprit sparender und umweltfreundlicher Technologien endgültig überholt haben. Zum Glück wird kein Verbraucher in Deutschland das merken, denn auf eine Kennzeichnung der sparsamen Japaner und Franzosen haben wir ja Gott sei Dank verzichtet.
 

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