Bauplanung zu Lasten zukünftiger Generationen
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Politikfelder - Energie
Geschrieben von: Stefan Schwan   

Mit dem Neubau der Stadtverwaltung in Paderborn plant die CDU nicht nur ein weiteres kostspieliges Großprojekt, offensichtlich möchte die CDU die Stadt auch noch mit enormen Folgekosten belasten, die sich leicht vermeiden ließen. In Paderborn blasen bereits jetzt zahlreiche Neubauten sinnlos Steuergelder in die Luft. Die CDU sagt: Weiter so!

In einer Diskussionsveranstaltung der Bürgermeisterkandidaten in der IHK Paderborn richtete ich als Bundestagskandidat der Grünen an Herrn Bürgermeister Paus die Frage, ob der von den Grünen geforderte Passivhausstandard denn wenigstens im Falle eines Neubaus der Stadtverwaltung umgesetzt würde. Sollte sich die CDU mit diesem ohnhin schon kostspieligen Großprojekt im Rat durchsetzen, wäre dann wenigsten der Forderung der Grünen, die Folgekosten so niedrig wie möglich zu halten, entsprochen.Obwohl von zahlreichen Fachleuten bestätigt wird, dass bei Neubauten die Passivbauweise immer wirtschaftlicher ist als traditionelle Bauweisen, wollte sich Herr Paus nicht festlegen. Also weiter wie bisher Steuergelder zum Fenster heraus werfen, Herr Paus?

Bei Neubauten stehen den Mehrkosten von  5-10% durch die Passsivhausbauweise erhebliche Einsparungungseffekte über einen Nutzungszeitraum von mehreren Jahrzehnten gegenüber. Neubauten in Passivhausbauweise sind ohne Ausnahme wirtschaftlich vorteilhafter als eine konventionelle Bauweise. In Paderborn sind hingegen nahezu alle städtischen Neubauten schlechter wärmegedämmt als so mancher Altbau und blasen Jahr für Jahr Steuergelder wörtlich zum Fenster heraus. Da bei den Großvorhaben der CDU über die Folgekosten fast nie in der Öffentlichkeit diskutiert wird, war mein Redebeitrag in diesem Sinne als zusätzliche Kritik an dem Neubau zu verstehen.

Leider wird das Thema von CDU und auch FDP nur zu gerne in die ideologische Ecke gestellt. Den Grünen geht es bei der Passivhausbauweise  neben dem Umweltschutzaspekt auch klar um die ökonomischen Vorteile für die Kommunen. Eine wachsende Zahl deutscher Städte und Gemeinden, darunter Frankfurt, Münster oder Detmold hat inzwischen erkannt, dass sich angesichts knapper Kassen durch die Passivbauweise erhebliche Einsparungspotentiale bei den städtischen Energiekosten ergeben. Keine dieser Kommunen setzt primär aus Umweltschutzgründen auf diese Bauweise sondern aus finanziellen Gründen. Sie haben deshalb den Passivhausstandard verpflichtend für den Neubau städtischer Gebäude gemacht. Die CDU hingegen möchte in Paderborn mit dem Verwaltungsneubau nicht nur ein weiteres unsinniges Großprojekt anschieben, sondern die Verschwendungspolitik auch noch zu Lasten zukünftiger Generationen fortsetzen.

In den Ausgaben vom 01.07. und 04.07.2009 berichtete die NW, bei einer Passivbauweise würde der Bundestagskandidat der Grünen Stefan Schwan unter Umständen einem Neubau der Paderborner Stadtverwaltung zustimmen. Dies ist nicht richtig. Grundsätzlich halte ich wie die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt den Neubau für völlig unnötig und angesichts der derzeitigen Finanzlage auch für nicht finanzierbar.

Siehe hierzu auch: Grüne beantragen Passivhausstandard für städtische Gebäude

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 04. Juli 2009 um 22:35 Uhr
 

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